Nach der Corona-Krise

als Zauberkünstler durchstarten

 
Hochzeiten, Firmenfeiern, Geburtstage – alles abgesagt. Während alle zu Hause bleiben und nicht recht wissen, was sie mit der vielen freien Zeit anfangen sollen, feilt Dominik Fontes an seinem neuen Branding. Warum er aktuell, auch ohne Auftritte, fleißig am arbeiten ist, wie er mit der Krise umgeht und welche finaziellen Förderungen es für Zauberkünstler gibt, darüber habe ich mit ihm im Interview gesprochen.
Wir befinden uns mitten in der Corona-Krise: Wie sieht denn dein Alltag gerade aus?
Tatsächlich genuso wie zuvor, nur eben leider ohne Auftritte.
 
Und was machst du dann jetzt und auch sonst so den ganzen Tag?
Ich stehe morgens immer sehr früh auf und beschäftige mich dann mit Themen zur Zauberkunst. Mein aktuelles Hauptthema ist das Marketing. Außerdem hab ich letztens meine Steuererklärung gemacht und erledige Aufgaben, die als Selbstständiger so anfallen. Zur Zeit erhalte ich natürlich weniger Anfragen, wodurch der Verkauf etwas zurückgefahren ist. Aber normalerweise würde ich viel mit Kunden telefonieren und Auftritte planen.
Dominik Fontes Zauberkünstler
Wann hast du dich eigentlich dazu entschieden, dein Hobby zum Beruf zu machen? Und warum?
Ich wusste schon seit sehr vielen Jahren, dass ich die Zauberkunst zu meinem Hauptberuf machen wollte, hab es mir aber selbst nie wirklich zugestanden. Während meines Studiums (Wirtschaftspsychologie) habe ich dann allerdings mehr für die Zauberkunst gemacht, als für die Universität. Vor etwa zwei Jahren war ich dann an dem Punkt, an dem ich für mich beschlossen habe, dass ich nicht mehr weiter studieren möchte. Der Schritt zur Selbstständigkeit war dann sehr leicht, da ich bereits nebenberuflich als Zauberkünstler aufgetreten bin. Ein Termin beim Studienamt und schon war ich abgemeldet und hauptberuflich Zauberkünstler.
 
Was war für dich die größte Herausforderung als du die Zauberkunst zu deiner Haupteinnahmequelle gemacht hast?
Mit der vielen Zeit umgehen zu lernen. Ich stand ja schon neun Jahre auf der Bühne, von daher lief das alles schon sehr gut und routiniert. Als ich dann aber nur noch die Zauberkunst hatte und kein Studium mehr, keinen Nebenjob – da bleibt natürlich deutlich mehr Zeit übrig.
 
Ist es denn schwierig, sowohl Künstler als auch Manager/Organisator zu sein?
Nein, überhaupt nicht. Gerade diese Kombination liebe ich an meinem Beruf. Sowohl der unternehmerische als auch der künstlerische Aspekt machen mir unglaublich viel Spaß. Für mich ist die Organisation weniger ein Problem sondern mehr eine Leidenschaft.
Dominik Fontes Zauberkünstler
War dir von Anfang an klar, dass mit der Selbstständigkeit viel Papier- bzw. Verwaltungskram auf dich zukommt?
Das wusste ich und ich empfinde es auch gar nicht als viel. Ich hab von Anfang an meine Abläufe digitalisiert und arbeite auf meinem Computer sehr strukturiert. Das nimmt mir letztendlich viel Arbeit ab. Gerade als Selbstständiger muss man immer den Überblick behalten.
 
Wie sieht es aktuell aus? Sind bei dir bisher viele Auftritte ausgefallen?
Bisher sind alle Auftritte bis Mitte Mai abgesagt. Das heißt ich bin jetzt ca. zwei Monate „auftrittsfrei“. Ich merke aber auch stark, dass ich wesentlich weniger Anfragen bekomme.
 
Das heißt, dir fehlen demnach Einnahmen? Wie gehst du damit um?
Gerade bin ich noch sehr entspannt. Ich lebe von meinem Ersparten, denn Arbeitslosengeld wollte ich nicht beantragen. Außerdem stellt der Staat einige finanzielle Mittel für Künstler und Selbstständige zur Verfügung. Bei uns in Nordrhein-Westfalen erhält beispielsweise jeder hauptberufliche Künstler, der in der Künstlersozialkasse ist, 2.000 Euro. Dazu gibt es in jedem Bundesland 9.000 Euro für Selbstständige mit maximal fünf Mitarbeitern (beide Förderungen müssen versteuert werden).
 
Und wie aufwändig ist es, diese Förderungen zu beantragen?
Tatsächlich ist das momentan sehr einfach. Ich musste in dem Formular nur meinen Name, meine Adresse und die Steuernummer angeben und ein paar Kreuze setzen. Im Vergleich zu anderen Anträgen ist das wirklich unkompliziert.
Hast du einen Tipp für andere Künstlerkollegen, wie sie mit der Krise am besten umgehen können?
Ich würde sagen, Ruhe bewahren und einen klaren Kopf bekommen. Meiner Meinung nach ist jeder Künstler in Deutschland gut gesichert, vor allem da jedem hauptberuflich Selbstständigen ja auch das Arbeitslosengeld II zusteht.
 
Wofür nutzt du deine Zeit gerade?
Ich arbeite sehr intensiv an meinem Marketing und außerdem an meinem neuen Branding. In dieser zurückgezogenen Zeit möchte ich möglichst weit vorankommen, um danach gestärkt starten zu können.
 
Dir weiterhin viel Erfolg und vielen Dank für das Interview. 🙂
Dominik Fontes Zauberkünstler